Musica divina

Orgelkonzert in der der Kirche St. Liudger und Maternus in Unterrißdorf
am Sonnabend, den 08. Juli 2017, 17:00 Uhr

Das Konzert

Die Sopranistin Nadine Duwe hebt mit Dietrich Buxtehude „Ein neues Lied“ an, lädt mit einer Arie von Johann Sebastian Bach, dem „Luther der Musik“, in das Herzenshaus ein und bringt eine selten zu hörende Arie aus Händels „Messias“ zu Gehör. Der Kantor und Organist an der Bartholomäikirche zu Blankenburg/Harz Jürgen Opfermann lässt die restaurierte Voigt-Orgel von 1841 zur Begleitung der Cellomusik mit dem Solo-Cellisten Rüdiger Pfeiffer vom Telemann-Kammerorchester Michaelstein erklingen, der als Musikwissenschaftler auch durch das Programm führen wird, und musiziert auf der Königin der Instrumente Orgelwerke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy. Das Konzert klingt prachtvoll aus mit dem mitreißenden „Halleluja“-Gesang für Sopran und Instrumentalbegleitung vom „Götterliebling“ Wolfgang Amadeus Mozart.

Anfahrt zur Kirche Programm als PDF zum Download

Die Künstler

Jürgen Opfermann ist Kantor und Organist an der Bartholomäuskirche in Blankenburg (Harz). Neben zahlreichen Orgelkonzerten und Aufführungen großer Chorwerke mit der Kantorei und Gastchören sowie dem Telemann-Kammerorchester Michaelstein ist er Organisator der Blankenburger Sommerkonzerte. Die Koloratur-Sopranistin Nadine Duwe arbeitet als freischaffende Sängerin sowie Gesangs- und Musikpädagogin. Sie gehört in Oschersleben zum Kollegium der Musikschuldozenten an der Kreismusikschule „Kurt Masur“.Rüdiger Pfeiffer ist promovierter Musikwissenschaftler und seit 1978 Mitglied und Solo-Cellist des Telemann-Kammerorchesters Michaelstein sowie Cellist des König-Quartetts.

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Die Kirche

Kirche UnterrissdorfDie Kirche St. Liudger und Maternus gehört zum Evangelischen Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda. Der romanische Durchgang vom Turmraum zum Kirchenschiff aus der Zeit um 1180 sowie ein spätgotischer Altar stellen die Besonderheiten dar. Der Altar wurde im barocken Stil überarbeitet und integriert mit der eingebauten Kanzel lutherisches Gedankengut. Die Kirche ist Station des Luther-Pilgerweges und lädt Wanderer und Interessierte zum Verweilen ein. Luidger (742 bis 809) war als Missionar u.a. im westlichen Sachsen für Karl den Großen tätig. Der heilige Maternus, der erste bezeugte Bischof von Köln, soll für das Gedeihen der Weinreben verantwortlich sein.

 

Der Ort

DSC00421Unterrißdorf ist ein Ortsteil der Lutherstadt Eisleben. Es leben hier etwa 500 Einwohner. Erstmals erwähnt wird der Ort zwischen 880 und 899 als Risdorpf. Im Dittrichschacht bzw. dem späteren Fortschrittschacht II wurde von 1907 bis in das Jahr 1960 Kalisalz und Kupfer gewonnen. Der Ort befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Östliches Harzvorland. Nördlich des Ortes befindet sich eine 80 bis 90 Meter hohe Geländestufe, die wohl für die Bezeichnung "Rißdorf" nicht unbeachtlich war. Die Beckenlage hat zur Folge, dass der Ort sehr niederschlagsarm ist. Unterrißdorf liegt an der Bösen Sieben. Bekannt ist Unterrißdorf durch die "Kalte Stelle". Seine Bedeutung verdankt die „Kalte Stelle“ dem Umstand, dass Martin Luther hier im Februar 1546 auf seiner letzten Reise von Wittenberg nach Eisleben einen Herzanfall erlitten haben soll. Zitiert wird Luther dazu mit wo es ihm „das Hirn zu Eis machen wollte“.

 

Das Weindorf

WeindorfDass Unterrißdorf eine Tradition als Weindorf hat, zeigt schon das Wappen mit einer geschnittenen Weinrebe mit Blättern in Gelb auf einem blauen Wappenschild. Die Geologie ermöglicht den Weinbau. Unterrißdorf gehört als westlicher Ort zur Weinstraße Mansfelder Seen und damit zum Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Das Nonnental und der Hasenwinkel gehörten früher zu einem unfangreichen Weinbaugebiet. Der Mansfelder Weinbau geht bis ins 12. Jahrhundert zurück und erfuhr im 16. Jahrhundert seine größte räumliche Ausdehnung. Auf einzelnen - kleinen - Flächen wird heute wieder Wein angebaut. Es handelt sich durchgängig um steile Lage.

 

Der Winzergarten

DSC00395Vieles im Leben ist nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Der Winzergarten Unterrißdorf vereint die Liebe zum Regent mit der Liebe zur Quitte. 2011 als verwilderter Hang entdeckt, haben wir gerodet, beräumt, aufgerebt und unterschiedliche Quittensorten angepflanzt. Der historische Weinberg wurde vor Jahrhunderten von den Nonnen des Klosters Helfta bewirtschaftet. Die traditionellen Terrassen verlangen eine Handarbeit wie im Mittelalter - Frondienste an der Kulturlandschaft. Der (rote) Regent wächst auf roter Lätte (im „roten“ Mansfelder Land). Die Tallage erzeugt ein Kleinklima, das durch Trockenheit und Hitze geprägt ist. Eine rege Tierwelt und Widrigkeiten des Klimas stellen weitere Herausforderungen dar.

Was bietet sich bei der Tradition des Weinberges mehr an, als ein Konzert mit der grandiosen Orgel von Gottlob Voigt in der Kirche St. Liudger und Maternus in Unterrißdorf. Wir freuen uns auf Sie!